Märkischer Kreis/Hemer. (pmk) Zwischen 1,1 und 28,4 Mikrogramm Naphthalin pro Kubikmeter Raumluft und 2,5 bis 10,5 Mikrogramm Phenol pro Kubikmeter Raumluft: Das sind die von der Gutachterin in den 14 Räumen der Regenbogenschule, Förderschule des Märkischen Kreises mit dem Förderschwerpunkt Sprache in Hemer, ermittelten Schadstoffwerte.
Während die gemessenen Phenol-Werte nach Auskunft der Gutachterin toxikologisch nicht relevant sind, ist der unter realen Nutzungsbedingungen festgestellte Richtwert II für die Naphthalin-Belastung, der bei 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Raumluft liegt, in einigen Räumen überschritten. “Ab diesem Wert ist eine Gesundheitsgefährdung möglich, insbesondere bei sensiblen Personen“, so Gutachterin Nicole Richardson am Montag, 21. Juni 2010, in der erweiterten Schulkonferenz der Regenbogenschule.
Die fand wegen des großen Interesses der Eltern im Berufskolleg des Märkischen Kreises an der Hansaallee in Iserlohn statt. Die Schulleitung hatte darum gebeten, dass die Gutachterin die Zwischenergebnisse ihrer Messungen kurzfristig den Eltern vorstellt. An der Schulkonferenz nahmen auch Eckehard Beck, Fachbereichsleiter Bildung und Jugend sowie Gebäudemanager Michael Brosch vom Märkischen Kreis, der Hemeraner Umweltmediziner Dr. Jürgen Hedtfeld und Jürgen Maaß von der Schulaufsicht teil. Knapp 150 Eltern, Lehrerinnen und Lehrer waren gekommen, um sich auf den aktuellen Stand bringen zu lassen.
Die Väter und Mütter drückten mehrfach ihre ernste Sorge aus, ihre Kinder könnten gesundheitliche Schäden davongetragen haben, die möglicherweise erst in ferner Zukunft auftreten. Sie äußerten die Vermutung, die Belastungen hätten schon in der Umbauphase bekannt werden können. Dem widersprach Gebäudemanager Michael Brosch: “Es gab während der Bauphase keine Hinweise auf mögliche Belastungen – weder bei den Bau ausführenden Firmen noch beim Vorbesitzer.” Als Ursache der Naphthalin-Belastung wurde eine Dichtungsmasse unterhalb des alten Fußbodenaufbaus ausgemacht. “Beim Umbau konnte das nicht auffallen“, so die Gutachterin.
Diese Dichtungsmasse, das hätten Materialproben an verschiedensten Stellen ergeben, sei auch nicht überall verbaut worden. Gleichwohl werde nach weiteren möglichen Quellen gesucht, es würden auch noch weitere Materialproben genommen. Ziel des Märkischen Kreises sei es, die Sanierung der Regenbogenschule schnellstmöglich in Angriff zu nehmen. Wie lange es tatsächlich dauert, könne jetzt noch nicht gesagt werden. “Wir möchten die Sanierung spätestens zum Halbjahreswechsel abschließen“, so Beck.
Der Fachbereichsleiter hatte auch eine gute Nachricht für die Eltern mitgebracht. Der Unterrichtsbetrieb der vierten Klassen konnte am Dienstag, 22. Juni 2010, im Ausweichquartier der Hauptschule Brüderstraße in Iserlohn aufgenommen werden. Die dritten Klassen beginnen am Mittwoch, 23. Juni 2010, mit dem Unterricht in Iserlohn. Alle übrigen Klassen sollen so zügig wie möglich, spätestens bis zum 1. Juli 2010, umziehen. Die Kosten dafür schätzt der Kreis auf etwa 10.000 Euro. Eckehard Beck versicherte den besorgten Eltern noch einmal: “Wir werden den Unterrichtsbetrieb in der Regenbogenschule erst dann wieder aufnehmen, wenn nach menschlichem Ermessen und allen vorliegenden Erkenntnissen keine Beeinträchtigung ihrer Kinder mehr möglich ist.”
Quelle: Pressestelle MK
Hinweis: Dieser Beitrag kann am Ende dieser Seite kommentiert werden.
Artikel- und Autorenhinweis:
Welcher Redakteur hat diesen Beitrag veröffentlicht? Veröffentlicht von: Redaktion
am 23. Jun 2010 und wurde einsortiert unter:
Hemer, Lokales, MK-Regional, MK-Themen.
Sie können die Kommentare per RSS-Feed verfolgen: RSS 2.0.
Sie können einen Trackback setzen







