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Lieber Kindersitz – Alles Gute zum Geburtstag!

Seit 20 Jahren besteht die Sicherungspflicht für Kinder im Auto. Auch im Märkischen Kreis verdanken viele „ihrem” Sitz die Gesundheit. Gefahren drohen, wenn das Kind nicht oder falsch gesichert. Dabei ist es gar nicht schwer, den richtigen Kindersitz zu finden.

Soll niemand behaupten, 1993 wäre ein langweiliges Jahr gewesen: Anfang Januar zog Bill Clinton zum ersten Mal als Präsident ins Weiße Haus ein, Israelis und Palästinenser schließen im September das erste Friedensabkommen von Oslo und im November tritt der Vertrag von Maastricht über die Gründung der EU in Kraft – Im Kino wird Jurassic Park zum weltweiten Hit und auch die Spaß-Punk-Band Die Ärzte feierte in jedem Jahr ihre Wiedervereinigung. Vor 20 Jahren wurde aber auch die Sicherungspflicht für Kinder unter 12 Jahren eingeführt. Seitdem hat der Kindersitz vielen Kindern bei Unfällen, Crashs und Zusammenstößen das Leben gerettet.

Notwendig dafür war aber eine Änderung der Straßenverkehrsordnung. Darauf weist der Deutsche Verkehrssicherheitsrat hin. Erstmalig wurde 1993 eine gesetzliche Sicherungspflicht für Kinder eingeführt. Sie gilt bis heute für alle Kinder unter 12 Jahren, die kleiner als 1,50 Meter sind. Mitgenommen dürfen seitdem die Kleinen im Auto nur, wenn sie in einem geeigneten und amtlich genehmigten Rückhaltesystem sitzen können. Wer also heutzutage zwischen Menden und Meinerzhagen die Schule verlässt, eine Berufsausbildung oder ein Studium beginnt, kann sich mit Sicherheit noch gut an die vielen Stunden erinnern, die er oder sie im Kindersitz verbrachte.

Die Sicherungspflicht besteht aber nicht nur für längere Urlaubsreisen oder Ausflüge, sondern für jede Fahrt, mag sie noch so kurz sein. Daher werden auch im Märkischen Kreis nicht alle Kinder ausreichend gesichert, wenn die Eltern beispielsweise kurz zum Einkaufen wollen. Die Folge: Mehrere Dutzend verletzte Kinder pro Jahr. Das muss nicht sein, findet die Polizei unserer Region. Für jedes Kind lässt sich ein geeignetes Rückhaltesystem finden und anschließend ins eigene Auto einbauen.

Wichtig ist, dass der Sitz passt

Für die Allerkleinsten unter 10 kg benutzt man Babyschalen der Größe 0, in denen Neugeborene und Säuglinge bequem liegen können. Diese werden rückwärts zur Fahrtrichtung eingebaut, um den größtmöglichen Schutz zu bieten. Größere Kinder von 9 bis 18 kg sitzen dann in ihrem Rückhaltesystem (Klasse I) aufrecht und werden von einem Hosenträger- oder Fünfpunktgurt bzw. von einem Fangkörper-System gesichert. Die Sitze für die höheren Gewichtsklassen (15-36 kg) werden oft als Kombinationsmodelle angeboten, die mitwachsen können. Mit einem Autositz von Hauck aus der Gruppe II/III beispielsweise brauchen Eltern dann für die Zeit von 3 bis 12 Jahren nur noch ein einziges Modell.

Neben dem Gewicht ist auch die Größe des Kindes entscheidend. Denn auch wenn das Kind noch nicht das Maximalgewicht erreicht hat, kann es doch schon zu lang für sein Rückhaltesystem sein. Daher sollten Eltern immer ein Auge darauf haben, ob der Kopf noch gut von der Rückenlehne geschützt wird. Ansonsten heißt es, den Kindersitz auszutauschen. In Zukunft soll aus diesem Grund auch das Prüfsystem für Kindersitze umgestellt werden. Einen Anfang macht die neue I-Size-Prüfnorm, die seit Juli 2013 in Kraft tritt. Bei dieser werden die Sitze nun nach Alter und Körpergröße klassifiziert, Babys müssen nun bis zum Ende des 15. Lebensmonats rückwärts transportiert werden. Auch wenn I-Size zunächst parallel zu den bestehenden Normen ECE 44/03 und 04 besteht, ist abzusehen, dass diese Zukunft der Autokindersitze sein wird. Soll also niemand behaupten, dass nicht auch 2013 ein aufregendes Jahr war.

Kategorie:   verschiendenes